Erscheinen meines Gottes Wege

1) Erscheinen meines Gottes Wege
mir seltsam, rätselhaft und schwer,
und geh´n die Wünsche, die ich hege,
still unter in der Sorgen Meer,
will trüb und still der Tag verrinnen,
der mir nur Schmerzen und Qual gebracht,
dann darf ich mich auf eins besinnen:
dass Gott nie einen Fehler macht.

2) Wenn über ungelösten Fragen
mein Herz verzweiflungsvoll erbebt,
an Gottes Liebe will verzagen,
weil sich der Unverstand erhebt:
Dann darf ich all mein müdes Sehnen
in Gottes Rechte legen sacht
und leise sprechen unter Tränen,
dass Gott nie einen Fehler macht.

3) Wenn mir zu hoch des Herrn Gedanken,
zu tief der Brunnen Seiner Huld,
wenn alle Stützen haltlos wanken,
die Kraft mir fehlt und die Geduld;
wenn gar mein Blick kein Ziel mehr findet
in langer, tränenvoller Nacht,
ein Glaubensfunke dennoch kündet,
dass Gott nie einen Fehler macht.

4) Drum still, mein Herz, und lass vergehen,
was irdisch und vergänglich heißt.
Im Lichte droben wirst du sehen,
dass gut die Wege, die Er weist.
Und müsstest du dein Liebstes missen,
und ging´s durch kalte, finstre Nacht:
Halt fest an diesem sel´gen Wissen,
dass Gott nie einen Fehler macht.


Die Fontäne 71
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Sein Ruhm, unsere Freude 1997 6
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Songs Junger Christen 2 154
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Melodie: Reinhard Mey / Günter Tesch
Text: Herbert Sack 1943
Rechte: Nobile Verlag
Themen: Leid
in Stalingrad niedergeschrieben
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