Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun

1)
Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun
und Werk in deinem Willen ruhn,
von dir kommt Glück und Segen;
was du regierst, das geht und steht
auf rechten guten Wegen.

2)
Es steht in keines Menschen Macht,
dass sein Rat werd ins Werk gebracht
und seines Gangs sich freue;
des Höchsten Rat der machts allein,
dass Menschenrat gedeihe.

3)
Es fängt so mancher weise Mann
ein gutes Werk zwar fröhlich an
und bringts doch nicht zum Stande;
er baut ein Schloß und festes Haus,
doch nur auf lauterm Sande.

4)
Gib mir Verstand aus deiner Höh,
auf dass ich ja nicht ruh und steh
auf meinem eignen Willen;
sei du mein Freund und treuer Rat,
was recht ist, zu erfüllen.

5)
Ist's Werk von dir, so hilf zu Glück,
ists Menschentun, so treib zurück
und ändre meine Sinnen.
Was du nicht wirkst, das pflegt von selbst
in kurzem zu zerrinnen.

6)
Wer fleißig betet und dir traut,
wird alles, davor sonst ihm graut,
mit tapferm Mut bezwingen;
sein Sorgenstein wird in der Eil
in tausend Stücke springen.

7)
Du bist mein Vater, ich dein Kind;
was ich bei mir nicht hab und find,
hast du zu aller Gnüge.
So hilf nur, daß ich meinen Stand
wohl halt und herrlich Siege.

8)
Dein soll sein aller Ruhm und Ehr,
ich will dein Tun je mehr und mehr
aus hocherfreuter Seelen
vor deinem Volk und aller Welt,
solang ich leb, erzählen.


Ev. Gesangbuch 497
 Noten

Gemeindelieder 418
 Noten, mehrstimmig

Text: Paul Gerhardt 1653
Melodie: 16. Jh., Dresden 1608.
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