Wo, wo ist des Herren Zinne    

1) Wo, wo ist des Herren Zinne,
den nicht Raum, noch Welt umschließt?
Wohnt Er auch, wo Menschen Sinne
die Baukünstler Hand erweist.
Ja, zum Gottes Haus man wallet,
wo des Lebens Wort erschallet.
Hier ist der Tempel des Herrn!
Nahet, ihr Seine, von fern.

2) Nahet mit entblößten Füßen,
tretet her mit heilig' Sein.
Läutert Wissen und Gewissen,
hier schad' falscher Heuchelschein.
Heilig, heilig ist die Stätte.
Heiligt euch auch um die Wette!
Hier ist der Tempel des Herrn!
Weichet, ihr Gleisner, bleibt fern!

3) Ihr, ihr rund gewölbte Bogen,
eure Höhe soll mich lehren,
mein Gemüt der Welt entzogen
fürderhin zu Gott zu kehrn.
Unser Denken auf der Erden
soll gleich hoch dem Himmel werden.
Hier ist der Tempel des Herrn!
Weichet, ihr Weltlinge, fern!

4) Ihr, ihr hohen Tempel Stützen,
steht, von Seinen aufgeführt.
Gott, der soll die Seel' besitzen:
werde hier kein Fels gespürt!
Ja dir, dir wir räumen ein,
höchster, unsrer Herzen Schrein!
Hier ist der Tempel des Herrn!
Weichet, ihr Sündigen, fern!

5) Gott, hier ist dein Herd und Feuer,
hier prangt deiner Ruhe Haus.
Ach, so lass heut werden neuer
deine Gnad', zieh nicht hinaus!
so soll sein zu Dir mit Loben
Mund und Händ' und Herz erhoben.
Hier ist der Tempel des Herrn!
Nahet, ihr Seine, von fern!

Text:
Melodie: Unbekannt