Wie erquickend sind die Abendstunden    

1) Wie erquickend sind die Abendstunden,
wenn der heiße Lebenstag verschwunden!
Die matten Glieder
legen froh zur sanften Ruh' sich nieder.

2) Doch weit sanfter ruh' ich einst im Grabe,
wenn ich ganz den Lauf vollendet habe.
Im Todesschlummer
stört mich keine Not, kein Feind, kein Kummer.

3) In der Erde stillen Ruhekammer
hört man nicht mehr Klagen, Streit, noch Jammer.
Nicht banges Stöhnen,
sieht nicht mehr des Unterdrückten Tränen.

4) Friedlich liegen hier in ihren Hütten,
die oft lieblos miteinander stritten.
Hier sind dir Frommen
aller Mut des Feindes ganz entnommen.

5) Mit dem letzten meiner Lebenstage
endet sich auch meine Last und Plage.
Im stillen Friede
ruh' ich dann, von meiner Arbeit müde.

6) Wohl mir, wenn der guten Taten viele
hin zu meinem letzten großen Ziele
mich einst begleiten,
wo sie Lohn und Freuden mir bereiten!

7) Fröhlich leg ich dann ins Grab mich nieder,
und noch fröhlicher erwach ich wieder
mit neuen Kräften
zu des Himmels seligen G'schäften.

8) O dann wecket mich ein schöner Morgen
nicht mehr zu des Erdenlebens Sorgen,
nicht mehr zum Leiden!
Nein, ich geh zu meines Herren Freuden.

9) Lass mir, Vater, jeden Tag auf Erden
zu dem Himmel Vorbereitung werden.
O, lass mich finden
glaubensvoll Vergebung meiner Sünden!

10) Wie ich fröhlich jetzt mich schlafen lege:
so lass unter deiner Huld und Pflege,
froh im Gewissen,
auch den letzten Tag mich einst beschließen.

Text:
Melodie: O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen