Du wunderguter Heiland    

1) Du wunderguter Heiland!
Wir waren ferne weiland,
und mit dir unbekannt.
Nun sind wir nahe worden,
und sind im Kreuzesorden
bekleidet mit dem Heilsgewand.

2) Ach aber, Herz voll Liebe!
So mancher Glieder Triebe
die werden noch gestört.
Es seufzt auch meine Seele
in ihrer Leibeshöhle:
ach würdst du mehr durch mich geehrt!

3) Du kennst des Herzens Sehnen
und meiner Augen Tränen:
wie gerne wär ich rein!
Ich kann mit Glaubensblicken
dir etwas näher rücken. -
ach aber, wann wird's völlig sein?

4) Gott, offenbart im Fleische!
Dein Marterleib, der keusche,
ertöte doch in mir
das zartste eigne Leben.
Dein Blut kann neues geben:
so kommt auch neue Frucht herfür.

5) Ich bin ein armer Sünder,
das schnödste deiner Kinder,
doch so viel weiß ich auch:
ich bin aus Gnaden deine,
und du, mein Gott, bist meine,
erhalten, Schützen ist dein Brauch.

6) Wir woll'n dann nah und ferne
durchgängig herzlich gerne
dem Herrn und der Gemein
getreu ergeben bleiben,
und uns auf's neu verschreiben,
in seinem Dienste treu zu sein.

Text:
Melodie: Nun ruhen alle Wälder