Dir, Gott, ist nichts verborgen

1) Dir Gott ist nichts verborgen,
du schaust mein Wesen ganz.
Das Gestern, Heute, Morgen
wird hell in deinem Glanz.
Du kennst mich bis zum Grund,
ob ich mag ruhn, ob gehen,
ob sitzen oder stehen,
es ist dir alles kund.

2) Und wollt ich mich verhüllen
in Finsternis und Nacht,
du wirst sie ganz erfüllen
mit deines Lichtes Pracht.
Du kennst das Dunkel nicht,
die Nacht wird dir zum Tage
und wo ich Dunkel sage,
da ist vor dir nur Licht.

3) Du hast geformt mein Wesen
schon in der Mutter Schoss.
Du schaust all meine Blößen,
hast mir bestimmt mein Los.
Und wollt ich zählen, Herr,
und deine Pläne fassen,
ich müsste davon lassen,
sie sind wie Sand am Meer.

4) Wenn ich zum Himmel flöge,
ich könnt dir nicht entflieh’n.
Wenn ich zum Abgrund zöge,
ich fände dich darin.
Trüg’ mich das Morgenrot
bis zu der Erde Enden,
du hieltest mich in Händen
im Leben und im Tod!

5) Dir will ich Dank bezeugen,
der herrlich mich gemacht
und mich voll Staunen neigen
vor deiner Werke Pracht.
Du, der mich prüft und kennt,
halt mich in deinem Segen,
leit mich auf ew’gen Wegen,
bis an mein selig’ End!

Text: Ambrosius Lobwasser / Caspar Ulenberg 1582 / Maria Luise Thurmair 1971
Melodie: Caspar Ulenberg 1582

Quelle: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_dir_gott_ist_nichts_verborgen.html